Ich reiss dir den Arsch auf!
Donnerstag, 24. Juli 2008Endlich wieder was Neues. Lest in einem weiteren kleinen Special warum ein Hollywood Streifen nie die Klasse eines Hero, High&Low oder Ben X erreichen könnte.
Endlich wieder was Neues. Lest in einem weiteren kleinen Special warum ein Hollywood Streifen nie die Klasse eines Hero, High&Low oder Ben X erreichen könnte.
Wie ich schon erwähnt habe, stehe ich vor allem auf asiatische Filme, aber auch dänische, belgische, holländische, spanische etc. mag ich teils sehr. Aber warum kein Hollywood? In diesem kleinen Beitrag versuche ich nun, das ein wenig zu erläutern. Es ist nicht so, dass ich Filme aus Hollywood kategorisch ablehne. Ich habe sogar mehr Ami-Filme gesehen als irgendwelche andere. Nur ist es meist so, dass diese kaum die Tiefe eines Hero z.B. erreichen. Hollywood mag unterhaltend sein, regt aber nur selten zum Nachdenken an. Es ist einfach zu konsumierende Kost, einfache Unterhaltung. Ein Alien vs. Predator bspw. mag ich sehr, weil er gute Action bietet. Das ist aber auch schon alles. Bei amerikanischen Filmen fehlt es oft an Dialogtiefe. Es gibt kaum einen Streifen, bei dem keine Sprüche geklopft werden oder typische Sätze vorkommen. Ich mein mir ist doch klar, dass Männlein dem Fräulein die Blumen schenken möchte, wenn er mit diesen vor ihrer Tür steht. Da braucht er nicht noch zu sagen ‘die sind für dich’. ‘Ich halt dich fest’ ist beim Halten eines Kameraden genau so überflüssig wie ein lieblos hervorgequetschtes ‘ich liebe dich’. Es gibt einfach zu viele Floskeln. Ständig muss gesprochen werden, wenn mal nichts explodiert oder sonst etwas Spektakuläres den Bildschirm füllt. Klar, es gibt auch gute und kunstvolle Hollywood Streifen. Diese sind aber rar gesäht oder gehen in der Bedeutungslosigkeit unter, weil sie vom breiten Publikum nicht akzeptiert werden. Hollywood Regisseure wissen mittlerweile, was das Publikum sehen möchte und produzieren dementsprechend immer dasselbe. Für mich ist also auch die hundertzwölfte Superheldengeschichte nicht interessant, auch wenn der Held ein Alkoholiker ist. Hinzu kommt noch die Gewalt, die immer voyeristischer dargestellt werden muss. Für mich eine unbegreifliche Entwicklung. Es ist natürlich nicht zu verleugnen, dass ich die Amerikaner an sich nicht mag. Ich mag diesen Patriotismus nicht. In jeden zweiten Ami-Film weht die Flagge irgendwo. Das ist genau so überflüssig wie all die Floskeln in den Dialogen. Für mich ist Tiger&Dragon einfach besser als ein Last Samurai, ein Hero noch kunstvoller als ein Sin City (wobei ich den Film wirklich fantastisch finde) und die Bildmacht eines Fluch der Goldenen Blume gewaltiger als all die schnell zusammengeschnittenen Actionszenen irgendwelcher 0815 Filme und ein Stalingrad beeindruckender als Soldat James Ryan oder andere Kriegsfilme mit sterbenden und ‘geh ohne mich weiter’ rufenden Ami-Helden.
In letzter Zeit habe ich bemerkt, wie mir die Lust am Schreiben in den Foren ging. Unter anderem liegt das am Zeitaufwand, aber auch daran, dass ich sonst sehr viel schreibe. So habe ich meinen Modposten im Consolero Forum abgelegt. Das ändert natürlich nichts daran, dass es ein wirklich gutes Forum ist und auch die Page mit Reviews und News und auch Gewinnspielen überzeugen kann. An dieser Stelle sei also nochmals ein klein wenig Werbung für consolero gemacht.
Bei den snesfreaks werde ich auch nicht mehr so aktiv sein. Dafür gibts einen Neuen im Team und zwar derjenige, der mir den Blog eingerichtet hat. Vince wird für die snesfreaks in Zukunft Arbeiten auf der Page erledigen, da wir niemanden sonst im Team haben, der den Programmiersprachen mächtig ist. Schaut euch bei Gelegenheit auch seinen Blog nochmals an
Bei consolero als ‘einmal weg’, bei snesfreaks ein wenig reduzierte Aktivität aber immer noch im Team… was also kommt hinzu? Da noch nichts sicher ist, möchte ich noch nicht gross herumposaunen. Ich hoffe aber, dass ich vermehrt für die wunderlampe schreiben kann. Ich gebe mir bei meinen Reviews immer grosse Mühe. Sollte nichts daraus werden, gibts trotzdem ein ‘einmal hinzu’. Die Texte erscheinen dann einfach auf meinem Blog, wo sie zwar eine wohl kleinere Leserschaft finden, aber ich mich trotzdem im Schreiben weiterentwickeln kann. Ich freue mich auf jeden Fall auf die kommende Zeit.
Die chinesische Königsfamilie lebt in Der Fluch der Goldenen Blume in übermässigem Prunk, doch hinter all diesem Gold steckt viel Hass. Wie versprochen könnt ihr nun ein Review zu diesem Film lesen. Wer des Lesens müde ist, dem kann ich schon jetzt eine Empfehlung aussprechen. Schaut euch den Film an, zumal er auf DVD für nicht einmal fünfzehn Franken zu kaufen ist.
In manchen Situationen fällt es schwer, Empfundenes niederzuschreiben. Irgendwie harzt es, die meistgedrückte Taste ist der Pfeil oberhalb der Enter-Taste. Man kann sein Denken und Fühlen nicht in Worte fassen, entweder weil man Gefühltes nicht zuordnen kann und wenn doch, man meint, für Derartiges existieren die passenden Wörter kaum. Genau so erging es mir mit dem Film Der Fluch der Goldenen Blume. Und es ergeht mir immer noch ein wenig so, doch versuche ich trotzdem, zu schildern, was dieser asiatische Streifen in mir auslöste.
Bereits an diesen ersten Worten denkt ihr erkennen zu können, dass Der Fluch der Goldenen Blume ein Meisterwerk im Stile und mit der Klasse eines Tiger & Dragon oder gar Hero sein muss. Damit habt ihr in gewissem Masse auch recht. Doch handelt es sich nicht um einen Actionfilm mit vielen Kampfszenen und fliegenden Schwertmeistern. Das Szenario ist verhältnismässig realistisch und der Kampf spielt nur eine nebensächliche Rolle, sprich er rundet die Story mit einer brachialen Schlacht am Ende ab. Genau darin scheitert aber der Film in geringem Masse, was ihn nicht mit Hero in den siebten Filmehimmel aufsteigen lässt. Dazu aber später mehr, fangen wir erst von ganz vorne an. Der Anfang stellt meistens die Story dar, so will ich bei ihr anknüpfen. Doch bereits hier fällt es schwer, die richtigen Worte – sofern es sie gibt – zu finden. Der Fluch der Goldenen Blume hat zwar, wie praktisch jeder andere Film, einen Handlungsstrang, doch ist dieser so gefüllt mit Leere, dass man ihn kaum beschreiben kann. Ihr werdet den Widerspruch meines vorigen Satzes sicherlich bemerkt haben. Wie kann etwas mit Leere gefüllt sein? Es ist die Leere bzw. Belanglosigkeit des Lebens der chinesischen Königsfamilie, die grösstenteils die 110 Minuten füllt. Der zweitälteste der drei Prinzen kehrt zusammen mit seinem Vater aus dem Krieg zurück. Mutter Königin freut sich sehr auf das Wiedersehen. Bald auch soll ein bestimmtes Fest gehalten werden und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Königin allerdings führt etwas im Schilde, ebenso der König, zwei der Prinzen, und der jüngste scheint alles zu durchblicken. Liebschaften, Hass, Korruption und Intrigen zeichnen das Scheinleben der Königsfamilie hinter den Kulissen. Immer komplexer verstricken sich die Pläne der jeweiligen Individuen miteinander, bis alles in einem blutigen Finale endet.
Beeindruckend wird dabei vor allem der Widerspruch dieses Scheinlebens in übermässigem Prunk dargestellt. Das Leben der Königsfamilie scheint voller Belanglosigkeiten zu sein, nur bemüht nach einem perfekten Bild nach aussen durch die tausenden von Dienern. Man ist bemüht um die höflichsten Häflichkeiten, um die geschicktesten Worte, nicht aber um eine sinnvolle Betätigung. Es kommt vor, dass der König nachdenklich sitzend und an seinem Bart kraulend für einige Sekunden gezeigt wird, nur um dann auf die nächste ansich bedeutungslose Szene überzuleiten. Es wird viel gezeigt, passieren tut aber nur wenig. Der Regisseur schafft es, genau durch diese Langeweile und Ereignislosigkeit im Leben der Königsfamilie zu fesseln, indem er eine bedrückende Stimmung schafft, die den Zuschauer verwirrt und verunsichert. Trotzdem gelingt es ihm, am Handlungsstrang zu bleiben und Spannung aufzubauen. Man weiss nie, wer nun der Korrupteste all der Korrupten, wer der Intriganteste bei all diesen Intrigen ist und wem am Schluss nun was gelingt, ob nun die Königin einen Ausweg aus dieser männerdominierten Welt findet, der anscheinend bösartige König gestürzt werden kann und wer im Recht steht. All das scheint sich in der finalen Schlacht aufzulösen. Vater mordet, Sohn mordet, einer versucht sich umzubringen, dem anderen gelingt es und viel Blut fliesst, während natürlich in der riesigen Schlacht der Held per Zufall als einziger überlebt. Dieser finale Krieg wirkt aufgesetzt, weil er für die Schlussdramatik sorgen soll, aber fehl am Platz in diesem Drama zu sein scheint. Es wirkt zwar nicht so übertrieben wie etwa in House of Flying Daggers, doch aber ist es zuviel des Guten.
Trotzdem kann das Ende überzeugen. Nicht nur das, sondern auch die grandiosen bis oscarreifen Schauspielerleistungen, das Setting und die Kostüme, die diesen Prunk und die Sinnlosigkeit dessen perfekt darstellen, die zermürbenden Bilder und Szenen, die Geschichte, ebenso die Effekte während dem Kampf. Es ist allerdings nicht die Action oder die Story im Gesamten, die am meisten beeindruckt, sondern sind es viel eher die einzelnen Szenen und Bilder. Was der Regisseur in seinem Streifen aus dem Jahre 2006 an Bildmacht auf die Leinwand klotzt, grenzt beinahe an Unfassbarkeit. Man könnte dem Film höchstens vorwerfen, eine zu bedrückende und langweilige Atmosphäre zu schaffen, dass lange zu wenig passiert. Das mag auch zutreffen, wenn ihr ein ungeduldiger Zuschauer seid oder nur auf Actionfilme steht. Allen anderen ist Der Fluch der Goldenen Blume uneingeschränkt zu empfehlen.
8/10
Hollywood Filme gefallen mir bekanntlich weniger. Ich stehe z.B. sehr auf asiatische Streifen, aber es darf auch mal ein belgischer sein. So sah ich kürzlich Ben X. Leider fühle ich mich nicht in der Lage, ein Review darüber zu schreiben. Das liegt einerseits daran, dass ich mich mit Filmeberichten weniger auskenne, andererseits denke ich, dass dieser Film schlicht zu genial ist, um in Worte fassen zu können. Auf jeden Fall mir würde dies kaum gelingen.
Kurz: Ben ist Authist, spielt wie ein Verrückter ein Online Game und wird von seinen Klassenkameraden immer wieder erniedrigt. Sein einziger Halt ist ein Mädchen, dass stets mit ihm durch die digialen Welten zieht. Spielszenen werden perfekt intergriert und die Schauspieler sind grandios. Dazu gibt es ein überraschendes Ende. Selbst für solche, die Videospiele nicht mögen, könnte dieser Film sehenswert sein.
Ein Filmereview folgt dennoch in Kürze, allerdings nicht zu Ben X, sondern zu “Der Fluch der Goldenen Blume”. Freut euch auf einen Bericht zu einem ganz speziellen asiatischen Streifen.
Hier nun einige Worte zu Ben X und gute Kurzkritiken. Achtung Spoiler.